Jul 15

Einige Nutzer melden uns, dass Posteo seit heute morgen nicht mehr erreichbar ist. Laut Twitter und deren Status-Seite liegt seit 8:50 Uhr ein Problem mit der Stromversorgung vor.

Wie uns die Nutzer berichten, häufen sich die Ausfälle/Störungen in den letzten Monaten. Auch auf allestörungen.de sind einige Einträge nachzulesen, die die Häufigkeit der Störungen belegen.

Auch nach 3 Stunden ist der Dienst noch nicht wieder erreichbar.

Update: Nach 6 Stunden ist Posteo wieder erreichbar. Komisch ist die “Netzkonfiguration”, die fast 3 Stunden gedauert hat. Was genau soll das sein?

Posteo offline

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Jul 04

Vor kurzem machten zwei E-Mail-Anbieter von sich reden, die sicherheitstechnisch aufrüsten und nun DANE anbieten. Doch was ist DANE im Detail, und warum ist das eine gute Idee?

Ein großes Problem ist dass E-Mails nicht zwingend verschlüsselt übertragen werden. Die beteiligten Mailserver, zwischen denen E-Mails ausgetauscht werden, sprechen sich ab und wenn beide Verschlüsselung beherrschen, dann wird der Transportweg abgesichert. Und da tritt direkt das nächste Problem auf: Mailserver verwenden häufig keine gültigen Zertifikate. Aus diesem Grund werden häufig selbst-signierte Zertifikate verwendet, es gibt Mailserver mit abgelaufenen Zertifikaten, oder bei den Zertifikaten passt der Servername nicht. Alles Gründe, weshalb ein Browser eine Warnung anzeigen würde. Aber bei automatisierten Systemen wie Mailservern kann man keine Warnung anzeigen, man könnte höchstens die E-Mail nicht zustellen. Das jedoch würde dafür sorgen dass ziemlich viele E-Mails nicht zugestellt werden würden, weshalb heutzutage alle Mailserver jedes präsentierte Zertifikat annehmen und es zur Verschlüsselung verwenden. Sollte ein Angreifer also das Zertifikat auf dem Weg austauschen würde das niemand merken.

Und genau dort kommt DANE ins Spiel. DANE ist ein Verfahren, um Zertifikats-Informationen über einen Dienst aus dem DNS-System zu holen. Ein Mailserverbetreiber kann im DNS-System einen sogenannten TLSA-Eintrag hinterlegen, der einen Hash eines Zertifikats enthält. Ein sendender Mailserver, der DANE beherrscht, fragt also vor dem Verbindungsaufbau zu Anbieter B im DNS-System nach, ob der Anbieter B Zertifikatsinformationen für seine Mailserver hinterlegt hat in einem TLSA-Eintrag. Sollte das der Fall sein, wird diese Information genommen und mit dem eigentlichen Verbindungsaufbau verglichen. Sollte ein Angreifer nun das Zertifikat des Mailservers austauschen, würde dies auffallen und die E-Mail würde nicht versendet werden. Ebenso wird eine sogenannte Downgrading-Attacke vermieden, bei dem ein Angreifer in die Verbindung eingreift und die Fähigkeit der Verschlüsselung unterdrückt, sodass die E-Mail in diesem Fall unverschlüsselt übertragen werden würde. Sollte der Mailserver-Betreiber aber einen TLSA-Eintrag im DNS-System hinterlegt haben, so würde in diesem Fall die E-Mail gar nicht versendet werden, eine Klartextübertragung ist ausgeschlossen.

Doch ein Angreifer könnte ja auch, da er die Verbindungen des Opfers manipulieren kann, auch die DNS-Antworten verändern, und dort einen gefälschten TLSA-Eintrag an das Opfer senden. Deshalb ist es Pflicht, dass die DNS-Antworten signiert werden müssen, und diese Signatur muss auch überprüft werden. Dazu gibt es seit einigen Jahren DNSSEC, eine Signierung von DNS-Antworten, um Manipulationen im DNS-System zu verhindern.

Wenn also DNSSEC und TLSA-Einträge zusammenkommen, kann man Mailserververbindungen absichern. Und nicht nur das, jegliche Protokolle können damit abgesichert werden, zum Beispiel auch HTTPS, SMTP, IMAP, POP3, Jabber und weitere. Wichtig ist dabei nur dass der Verbindungspartner auch DANE unterstützt, was jedoch noch sehr wenige sind.

Hier eine Übersicht einiger E-Mail-Anbieter, die DNSSEC und DANE beherrschen:

AnbieterDNSSECDANEProtokolleBesonderheiten
mail.de++MX, HTTPS, SMTP, IMAP, POP3, CalDAV, CardDAV, WebDAV, JabberAuch alle Alias-Domains sind gesichert
posteo.de++MX, HTTPSKeine der Alias-Domains ist gesichert
GMX---
web.de---
Freenet---
T-Online---
Gmail---
Yahoo---
kabelmail.de---
ok.de---
outlook.com---
iCloud---
Arcor---
emailn.de---

Wie man sieht ist DANE leider noch nicht sehr weit verbreitet. Das liegt auch daran dass DNSSEC leider noch nicht sehr weit verbreitet sind bei den Domainhostern.

Jeder Mailserverbetreiber kann selbst recht einfach ausgehend DANE nutzen, dazu ist kein spezieller Domainhoster nötig. Alles was nötig ist ist ein DNSSEC-fähiger DNS-Resolver, und beispielsweise Postfix in Version 9.11.0 oder neuer. Dann noch DANE aktivieren, und schon wird bei versendeten E-Mails nach TLSA-Einträgen im DNS-System des Empfängers nachgeschaut.

smtp_dns_support_level = dnssec
smtp_tls_security_level = dane
smtp_tls_loglevel = 1

Als Endnutzer kann man sich mit Hilfe eines Browser-Addons die DNSSEC-und TLSA-Unterstützung anzeigen lassen für Webseiten. Das Addon für Chrome, Firefox, Internet Explorer, Opera und Safari zeigt mit Hilfe von grünen Icons an ob die Webseite sicher ist oder nicht.

DNSSEC TLSA Validator

Warten wir mal ab bis mehr Anbieter mitziehen. Leider scheinen einige sich abzukapseln und ein ähnliches System umzusetzen, genannt “E-Mail Made in Germany”. Zu diesem Club können sich nur deutsche Firmen anmelden, es gilt also nicht weltweit. Es kostet ca. 30.000€ dort beizutreten, kleine Mailanbieter oder private Mailserverbetreiber sind somit ausgeschlossen. Außerdem müssen dort manuell Textdateien mit Zertifikatsinformationen ausgetauscht werden. Mit DANE und TLSA-Einträgen hat man all diese Nachteile nicht, die eindeutig bessere Wahl.

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Jun 17

Servicewüste Deutschland, dieses Vorurteil hört man immer wieder. Doch stimmt das auch für E-Mail-Anbieter? Ich habe versucht für alle gängigen E-Mail-Anbieter die Kontaktmöglichkeiten bei Problemen oder Fragen herauszufinden, gesucht habe ich nach E-Mail-Adressen, Telefonnummern, einem Twitter- und Facebookaccount. Hier meine Rechercheergebnisse vom 11.06.2014 (bitte in die Kommentare schreiben falls ihr Lücken füllen könnt):

RangAnbieterper E-Mailper Telefonper Twitterper Facebook
1mail.desupport@mail.de05241 74 34 982 (Festnetztarif)@mail_demail.de
2Freenetsupport@freenet.de0900 1750850 (0,14€ bis 1,29€)Nicht gefundenfreenetMail
3GMXkein Support per E-MailFreeMail: 0900 1000 877 (3,99€ pro Anruf)
Pro- oder TopMail: 0721 960 99 99 (Festnetztarif)
GMXGMXde
4web.dekein Support per E-MailFreeMail: 0900 1 93 23 30 (3,99€ pro Anruf)
web.de Club: 721 960 99 97 (Festnetztarif)
WEBDEWEB.DE
5Yahookein Support per E-Mail001 800 318 0612 (nur Roboter, amerikanische Nummer)@YahooCareYahooCustomerCare
6Posteosupport@posteo.dekein Support per Telefon@Posteo_denicht auffindbar
7GMailkein Support per E-Mailkein Support per TelefongmailGmail
8Outlook.comkein Support per E-Mailkein Support per Telefon@Outlookoutlook
9T-Onlinekein Support per E-Mailkein Support per Telefon@Telekom_hilfttelekomhilft

3,99€ pro Anruf finde ich eine Frechheit. Kein Support per E-Mail finde ich für einen E-Mail-Anbieter auch sehr ungewöhnlich.

Die Twitter- und Facebook-Accounts von der Telekom sind sicherlich zu loben, dort wird einem geholfen, aber seine Fragen nur öffentlich stellen zu können mag auch in diversen Situationen abschreckend sein, ein persönlicher Weg per E-Mail oder Telefon wäre sicherlich hilfreich in einigen Fällen.

Yahoo bietet zwar ausführliche Hilfeseiten, aber rein englische Twitter- und Facebookseiten sowie einen englischen Telefonroboter unter einer amerikanischen Telefonnummer dürfte auch viele Nutzer abschrecken.

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Mrz 24

E-Mail-Verschlüsselung zwischen E-Mail-Providern ist optional, die beiden beteiligten Mailserver sprechen sich ab ob sie beide verschlüsseln können, und wenn ja mit welchem Verschlüsselungsalgorithmus und welcher Schlüssellänge die Verbindung abgesichert wird.

Hier eine kleine Tabelle mit einigen Ergebnissen vom Online-Dienst starttls.info. Diese Webseite testet den empfangenden Mailserver auf Verschlüsselungsfeatures:

AnbieterPunkteProtokolleSchlüssellängeChiffre
GMail90,6%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
Supports TLSV1.1
Supports TLSV1.2
2048bit128-256bit
mail.de90,6%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
Supports TLSV1.1
Supports TLSV1.2
2048bit128-256bit
GMX90,6%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
Supports TLSV1.1
Supports TLSV1.2
2048bit128-256bit
web.de90,6%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
Supports TLSV1.1
Supports TLSV1.2
2048bit128-256bit
T-Online86,8%Supports TLSV12048bit128-168bit
Yahoo83,2%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
2048bit128-256bit
kabelmail.de83,2%Supports SSLV3
Supports TLSV1
2048bit128-256bit
Freenet79,2%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
Supports TLSV1.1
Supports TLSV1.2
2048bit40-256bit
emailn.de73,2%Supports SSLV3.
Supports TLSV1
Supports TLSV1.1
Supports TLSV1.2
selbstsigniert
2048bit
56-256bit
ok.de40,5%Supports SSLV3
Supports TLSV1
Anonymous Diffie-Hellman
2048bit
0-168bit
Arcor37,6%Supports SSLV2
Supports SSLV3
Supports TLSV1
Anonymous Diffie-Hellman
2048bit
0-256bit
mailde.de31,6%Supports SSLV2
Supports SSLV3
Supports TLSV1
selbstsigniert
Hostname stimmt nicht
Anonymous Diffie-Hellman

2048bit
0-256bit
outlook.com0%---
icloud.com0%---

Einige Anbieter legen nach wie vor nicht die nötige Priorität auf die Verschlüsselung, auch Monate nach den Snowden-Informationen und mit dem Wissen dass Geheimdienste und andere Interessierte unsere Daten abhören und mitschneiden gibt es dort kein Mindestmaß an Sicherheit. Aber im Vergleich zu 2012 haben einige nachgebessert, wenn auch noch nicht das maximal mögliche rausgeholt wird.

Mehr als 90,6% kann man übrigens nur bekommen indem man ältere Protokolle wie z.B. SSLv3 oder TLSv1 abschaltet. Das jedoch kann sich kein Anbieter erlauben da dann einige E-Mails nicht mehr zugestellt werden könnten. Es gibt da draußen in der Welt leider noch einige ältere Mailserver die nur maximal SSLv3 unterstützen, sodass diese dann außen vor bleiben würden, und das will man aktuell noch nicht solange SSLv3 noch nicht als gebrochen gilt. Es bröckelt zwar in den letzten Jahren hier und da leicht, gilt aber noch als sicher.

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Mrz 21

Microsoft durchsucht die E-Mail-Postfächer seiner Nutzer, und zwar nicht automatisch durch Algorithmen sondern auch manuell durch Personen, ohne dass die davon etwas wissen oder gar gefragt werden.

Microsoft kritisierte Google sehr scharf in der Vergangenheit dafür dass sie die E-Mails der GMail-Nutzer scannen würden um personalisierte Werbung anzeigen zu können. Mit der Scroogled Kampagne hetzt Microsoft gegen Google, dass dort der Datenschutz der Nutzer nicht beachtet werde, und man deshalb von Google weggehen und Microsoft Dienste und Hardware nutzen solle. Das hat aber einen besonders faden Beigeschmack wenn Microsoft selbst auch die E-Mails und Daten der eigenen Benutzer scannt und durchsucht.

Nun ist herausgekommen dass Microsoft auf der Suche nach einem internen Geheimnisverräter auch das E-Mail-Konto eines Hotmail-Nutzers durchsucht hat, und zwar nicht mit automatisierten Algorithmen sondern persönlich durch Mitarbeiter. Als Rechtfertigung ließ Microsoft verlauten: “Wie dürfen das laut AGB”. Na toll, erst den großen Moralapostel spielen und dann selbst die Daten der eigenen Nutzer durchsuchen.

Hotmail bzw. outlook.com ist auch einer der wenigen E-Mail-Anbieter die noch keine STARTTLS-Transportverschlüsselung anbieten, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit im Jahre 2014, nach den Snowden-Enthüllungen. Aber aus irgendeinem Grund scheint sich Microsoft gegen diesen Schutz zu entscheiden. Man kann nur jedem raten von Microsofts E-Mail-Diensten die Finger zu lassen.

Der Trend geht also weiter Richtung deutsche Anbieter, die dem deutschen Datenschutzgesetz folgen müssen und sich an strengere Regeln halten müssen, denn in Amerika gibt es kein Bundesdatenschutzgesetz oder ähnliches. Durch Vorfälle wie diese entscheiden sich immer mehr Deutsche für einen Umzug zu einem deutschen E-Mail-Anbieter.

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